Platte11

Von Heinz Gelking

Beim Download von HD-Files läuft es auch nicht rund

Die SACD mag ihre Probleme haben. Aber bei HD-Files läuft es auch noch nicht rund. Keine Frage, die Klangqualität von Files, beispielsweise in 24bit/192kHz, überzeugt auch sehr kritische Hörer. Doch viel zu oft steht man (zumindest in Deutschland) vor diesem Hinweis im Download-Shop:

Sorry!

Dear (Download-Shop) Visitor,

unfortunately you can not purchase the Song/Album due to licensing constraints.

(Download-Shop) does not have the rights to this Song/Album in your territory. We are doing our best to make the (Download-Shop) library available worldwide.

We greatly appreciate your understanding.

Yours sincerely, (Download-Shop)

Na toll. Wenn ich mir dann auch noch die Preise von denjenigen Alben ansehe, die ich in Deutschland downloaden könnte, dann vergeht mir gleich die Lust. 21 Euro für ein aktuelles Album in 24bit/88,8 kHz-Qualität, bei dem ich mir das Booklet auch noch selbst ausdrucken muss? Da ist der physische Tonträger in Form der “guten, alten” CD ja billiger, obwohl dessen Distribution weitaus aufwändiger ist.

Wo soll und wird das enden? Wenn wir keine Plattenläden mehr brauchen (und wenn, dann nur noch für Vinyl …), dann brauchen wir eigentlich auch keine herkömmlichen Labels mehr. Die Selbstvermarktung der Künstler wird noch mehr zunehmen: Man geht ins Studio, nimmt auf und stellt die Daten hinter einer Paywall in hochwertiger Qualität auf die eigene Internetseite sowie zu Werbezwecken in Teilen und/ oder schlechterer Datenqualität auf Youtube – fertig.

Eigentlich doch keine so schlechten Aussichten fürs Musikhören.

SACD – Kopierschutz als Bumerang


— 23. Mai 2013