Platte11

Von Heinz Gelking

Cello-Sonaten von Georges Onslow mit Maria Kliegel und Nina Tichmann

1821 veröffentlichten Breitkopf & Härtel drei Sonaten für Violoncello und Klavier von Georges Onslow, die von einem zeitgenössischen Rezensenten gleich mit den Cello-Sonaten von Ludwig van Beethoven verglichen und wegen der Gleichbehandlung beider Instrumente gelobt wurden. Und obwohl zwischen Beethoven und Onslow biografisch-soziologisch nun wirklich Welten lagen (Onslow stammte aus einer reichen englischen Familie und lebte auf einem französischen Schloss), ist dieser Vergleich aus musikalischer Perspektive nicht aus der Luft gegriffen. Das gilt besonders für die dramatische und groß angelegte Sonate Nr. 2, c-moll, op. 16 Nr. 2, die Onslow dem offenbar hervorragenden Cellisten Louis-Pierre Martin Norblin gewidmet hatte.
Maria Kliegel und Nina Tichmann haben ihre Interpretation geformt bis in den kleinsten Akzent. Das ist bei aller im Hintergrund durchscheinenden Brillanz vielleicht kein extrovertiertes Musizieren, aber weit mehr als ein gut gemeintes Plädoyer für nicht ganz so bekanntes Repertoire.

— 17. Januar 2014