Platte11

Von Heinz Gelking

Christian Elsas: Traum und Wirklichkeit (Melisma CD 7247-2)

Short summary in English:

Nice idea, this program changing between “dreams” and “reality”. Well played and well recorded.

Christian Elsas beginnt mit drei unaufgeregt, doch nicht spannungsarm interpretierten Moments musicaux von Schubert. Er wählt ruhige Tempi und meidet Gefühlsausbrüche. Die Übergänge zwischen “Traum und Wirklichkeit” scheinen hier nicht nach harten Kontrasten zu verlangen.
Wenn in der Traumwelt ein Kobold lebt, wie in Griegs gleichnamigem Stück, ist das anders. Elsas stellt ihn uns als sprunghaftes, anarchistisches Naturwesen voller Energie vor, das uns unheimlicher bleibt als die zum Leben erweckten Stofftiere in den Kinderträumen von Debussys Childrens Corner.
Auch Erwachsenen kann die Wirklichkeit im Sinneseindruck zum Traum werden, wo alles zerfließt, wie in den Reflets dans l’eau, die der Pianist mit raffiniertem Klangsinn spielt. Zwei Préludes von Rachmaninow lassen Träume noch einmal in der romantischen Geste pianistischen Virtuosentums aufflackern und holen uns dabei in die Wirklichkeit zurück.
Christian Elsas hatte eine schöne Programmidee – und die pianistische Kompetenz, sie umzusetzen.

(Text erschien erstmals in image hifi 2/2008)

— 29. September 2009