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Von Heinz Gelking

Computer und Hifi für Einsteiger: Exact-Audio-Copy als Software zum Rippen von CDs

Die Möglichkeit von HD-Downloads hin oder her – die meisten Musikdaten auf meinem Rechner stammen von CDs 1 . Den Vorgang der Datenauslese von der CD auf die Festplatte nennt man Rippen. Dafür braucht man einen Rechner mit DVD-Laufwerk sowie ein geeignetes Programm 2 . Ich habe mich für Exact-Audio Copy entschieden, ohne auch nur den geringsten Zweifel zu haben, dass eine Alternative wie DB-Poweramp nicht etwa genauso gut wäre. Aber Exact-Audio-Copy ist Freeware, DB-Poweramp nicht – auf der Grundlage fällt die Entscheidung leicht.

Zu Exact-Audio-Copy gibt es im Netz unendlich viele Informationen. Ich finde die Installation und Einrichtung hier ganz toll erklärt. So kann ich mich gleich der entscheidenden Frage widmen: In welches Format sollen wir rippen? Weil uns an einer hohen Klangqualität gelegen ist, kommen datenreduzierte Formate nicht infrage. Damit stehen vor allem FLAC und Wave zur Debatte. Ersteres steht für Free Lossless Audio Codec. Es ist verlustfrei, aber komprimiert die Musikdaten auf etwa die Hälfte ihres vorherigen Umfangs. Ich habe nie einen „Hörvergleich“ zwischen FLAC und Wave gemacht, finde aber das Argument einsichtig, dass man es dem Rechner gerade bei der Musikwiedergabe so einfach wie möglich machen sollte. FLAC muss er dekomprimieren, Wave nicht. Also rippe ich alles in Wave. Der erforderliche größere Speicherplatz ist mir egal.

Die besonderen Qualitäten von Exact-Audio-Copy spiegeln sich im Namen des Programms und ergeben sich aus seiner Entstehungsgeschichte: André Wiethoff ging es bei der Entwicklung nicht um eine möglichst schnelle, sondern um eine möglichst präzise Datenauslese auch von verkratzten CDs. Bei problematischen Stellen fährt Exact-Audio-Copy mit der Lesegeschwindigkeit deutlich zurück und wiederholt den Lesevorgang mehrfach bis zur Datenklarheit. Der Nutzer bekommt entsprechende Rückmeldungen am Bildschirm. Mit einem Klick kann man bei Exact-Audio-Copy über eine freedb-Anbindung Informationen zur einzulesenden CD holen. Das erhöht den Komfort beträchtlich. Viele Informationen – etwa zum Interpreten und zu den Titeln – braucht man dann gar nicht mehr über die Tastatur einzugeben. Auch die Online-Suche nach Covers ist möglich.

Hinweise und Meinungen bitte an die Mail-Adresse im Impressum.

1 Immer wieder ärgere ich mich, nicht an die HD-Daten von SACDs heran zu kommen. Da hat uns die Industrie mit der Implementierung eines effizienten Kopierschutzes sauber übers Ohr gehauen. SACDs lassen sich mit normalen Mitteln nicht kopieren oder auslesen.

2 So lange ich einen Computer habe, nutze ich Windows, alternativ zeitweise auch Linux. Apple-Rechner sind mir zu teuer. Zu Linux würde ich jederzeit zurück kehren, zumal es da sehr interessante Konzepte für Audiophile gibt und Linux auch in Tonstudios weit verbreitet ist. Aber leider bietet Marantz keinen Linux-Treiber für den USB-Eingang meines Players an.

— 23. Januar 2014