Platte11

Von Heinz Gelking

Maria Meneghini Callas singt Arien von Boito, Catalani, Cilèa, Delibes, Meyerbeer, Rossini und Verdi, The Philharmonia Orchestra, Tullio Serafin, EMI 33CX1231

Von wem die Primadonna Assoluta hier begleitet wird, muss der Interessierte genauso recherchieren wie er auch über das Aufnahmejahr spekulieren muss (es kann aus verschiedenen Gründen nur Anfang/ Mitte der 50er-Jahre liegen). Testament Records verwendet für die EMI-Reissues ja die nicht gerade informativen Original-Cover – einerseits schön, andererseits hätte es wohl keine große Mühe gemacht, dieser LP ein Blatt mit Zusatzinformationen beizufügen.

Die Aufnahme ist vollständig auf Maria Callas zugeschnitten und erklingt in deutlich historischer Qualität. Um den Bassbereich ohnehin beschnitten, wirkt der Orchesterklang hier etwas dumpf und topfig und er scheint gegenüber der Sängerin erheblich zurück genommen zu sein. Die Stimme tritt dem Hörer mit allem Nuancenreichtum entgegen und ist allenfalls im Obertonspektrum leicht beschnitten. Nein, wegen ihrer Klangqualität wird niemand dieses LP kaufen. Sondern wegen der Callas und ihrer einzigartigen Kunst.

Einen Artikel über Operngesamtaufnahmen von Maria Callas gibt es auf platte11.de übrigens auch, nämlich hier (Download-Link mit PDF)

(Dieser Artikel gehört zu den hier angekündigten Texten über sammelnswerte und nachgepresste LPs von EMI. Leider sind aktuell allerdings offenbar nicht mehr alle Reissues im Handel. Der Text beruht auf dem Stand von 3/2000, als er erstmals erschien. Weil EMI-LPs für Plattensammler allerdings immer ein Thema sind, auch unabhängig von der Existenz dieser Reissues, habe ich den Text hier trotzdem noch einmal veröffentlicht)


— 18. Juni 2009