Platte11

Von Heinz Gelking

Mischa Maisky, Sergio Tiempo: Elégie, g-moll-Sonate von Sergej Rachmaninow (DG CD 4777235)

Short summary in English:

Together with the excellent Pianist Sergio Tiempo, Mischa Maisky provides interpretations full of passion. Extroverted, but not yet overdone. Good sound quality.

Neben seinem eigenen Instrument, dem Klavier, liebte der russische Spätromantiker Sergej Rachmaninow vor allem das Cello. Er schrieb dafür mit seinem Opus 19 eine weiträumig angelegte Sonate mit melodischen Themen und einem üppigen, das Streichinstrument tragenden Klaviersatz. Mischa Maisky hat sie nun eingespielt. Wie von ihm inzwischen gewohnt, begegnet uns der lettische Star-Cellist außerdem auch wieder als ein das Repertoire erweiternder Bearbeiter von Klavierwerken und Liedern.

Bei dieser Musik hilft kein Zögern und kein Zaudern: Sie verträgt und braucht Leidenschaft und Sinnlichkeit und müsste damit bei einem so extrovertierten Interpreten wie Mischa Maisky in den besten Händen sein. Der spielt Cello, wie die Jungs in Italien Moped fahren – mit ständigem Spiel am Gaspedal und einem permanenten Ausdruckswillen, bei dem er immer neu Anlauf zu nehmen scheint, um die Intensität noch zu steigern. Wie gut, dass Mischa Maisky mit Sergio Tiempo einen jungen Pianisten an seiner Seite hat, dessen sattes, kraftvolles und nuancenreiches Spiel viel Gegengewicht aufbringt und die Musik in der Waage hält. So besteht nie die Gefahr einer reinen Cello-Show.

Nebenbemerkung (hat nichts mit dieser CD zu tun): Das schönste Kammermusik-Werk von Sergej Rachmaninow bleibt natürlich das Trio élégiaque d-moll op. 9.

— 30. September 2009