Platte11

Von Heinz Gelking

SACD: Der Kopierschutz als Bumerang

Die SACD hat ein enorm effektives Kopierschutz-System. De facto ist es so gut wie unmöglich, die DSD-Daten zu kopieren. Diese Funktionseinschränkung war von der Tonträger- und Geräteindustrie so gewollt. Vor 15 Jahren fürchtete man nämlich vor allem Tauschbörsen und CD-Brenner.

Damals hielt man sich für schlau. Heute kommt die Entscheidung für den Kopierschutz als Bumerang zurück, weil Musikhörer inzwischen viel Wert auf die Möglichkeit legen, einen Tonträger in der höchsten enthaltenen Auflösung rippen und auf einer Festplatte ablegen zu können. Kopierfähigkeit wird schlicht und einfach voraus gesetzt. Das funktioniert immerhin in der Regel mit der CD-Spur von Hybrid-SACDs wie auch mit normalen CDs, aber eben nicht mit jenem Inhalt, der den Mehrpreis der SACD gegenüber der CD rechtfertigen sollte.

Aber wenn ich mir die gekaufte Musik erst gar nicht in der höchsten bezahlten Klangqualität auf die Festplatte legen darf, um sie von da aus überall im Hause abzuspielen (oder einfach nur über ein Gerät wie den Trigon Chronolog oder den Burmester 111 Musiccenter zu hören, mit beiden habe ich mich für image hifi beschäftigt), dann reicht mir ja auch die „gewöhnliche“ CD.

Also wieder ein Grund, sich nicht für die SACD zu entscheiden.

Das Schlimme daran: Rein klanglich hat die SACD uns Musikhörern eine ganze Menge zu bieten.

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— 22. Mai 2013