Platte11

12. Mai 2009

Nach der Musik - Premiere

Vor einiger Zeit hatte ich auf den Film Nach der Musik hingewiesen. Inzwischen hat er nicht nur ein paar Preise bekommen, sondern steht auch unmittelbar vor der Kino-Premiere. Leider liegen die Aufführungsorte nicht in meiner Nähe. Aber den Leserinnen und Lesern hier mag das ja anders gehen … Deshalb gebe ich ein paar Termine weiter, die Igor Heitzmann gemailt hat:

GALAVORFÜHRUNGEN zum 87. Geburtstag von Otmar Suitner in Anwesenheit von Otmar Suitner & Igor Heitzmann

Dresden
Freitag,15. Mai 2009, 19 Uhr, Filmtheater Metropolis
Kartenreservierung unter 0351/8166721

Berlin
Sonntag 17. Mai 2009, 15:30 Uhr, Babylon-Mitte
Kartenreservierung unter 030/2425969

Ab 14. Mai 2009 läuft NACH DER MUSIK regulär in folgenden Kinos:

In Berlin: International, Delphi, Filmtheater am Friedrichshain, Broadway, Babylon-Mitte, Cinemaxx Potsdamer Platz

In Dresden: Filmtheater Metropolis

In Leipzig: Schaubühne Lindenfels

Am 14.5., 21.00 Uhr, Eröffung der Open-Air-Saison
Freilichtkino Pferderennbahn mit dem Regisseur

Ab 2. Juli wird NACH DER MUSIK in Hamburg im Abaton und voraussichtlich ab 9. Juli dann auch in München anlaufen. Am 24. Juni, um 19:30, findet im Abaton Hamburg eine Preview-Vorführung mit anschließendem Filmgespräch statt.

Einen Trailer findet man auf www.nachdermusik.de.

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30. Januar 2009

Nach der Musik - ein Dokumentarfilm über Otmar Suitner

Als ich vor einiger Zeit Informationen über den Dirigenten Otmar Suitner suchte (genau genommen, anlässlich meines Artikels über Aufnahmen von Mahlers Sinfonie Nr. 1, der in der kommenden image hifi erscheinen müsste), wurde ich auf den Film Nach der Musik aufmerksam. Weil viele Besucherinnen und Besucher von platte11.de sich ja für Dirigenten der Schallplattenzeit interessieren, stelle ich die Presseinformationen zu dem Film hier auszugsweise ein:

Kurz nach der Wende beendet der österreichische Dirigent Otmar Suitner seine langjährige Karriere an der Staatsoper Berlin. (...) Die Musik verschwindet aus seinem Alltag. Doch der Fall der Mauer bringt etwas Neues: ein verändertes Familienleben. Jahrzehntelang hatte Suitner zwei Privatleben, eins mit der Ehefrau Marita in Ostberlin, das andere mit der Geliebten Renate und dem gemeinsamen Sohn im Westteil der Stadt.

Der gebürtige Tiroler war 1960 mit Marita in die DDR gezogen, um als Chefdirigent der Dresdner Staatskapelle zu arbeiten. Vier Jahre später wird er an die Staatsoper in Ostberlin berufen. Als verehrter Dirigent und Ausländer genießt Suitner in der DDR einen Sonderstatus. So kann er jederzeit die Grenze passieren und reist zu Konzerten und Gastspielen in Paris, Tokio oder Moskau. 1965 dirigiert Otmar Suitner zum zweiten Mal in Bayreuth. Dort lernt der 43jährige die 24jährige westdeutsche Studentin Renate Heitzmann kennen – der Beginn einer großen Liebe. 1971 wird ihr Sohn Igor geboren.

Otmar Suitners Leben wird ein Balanceakt zwischen Kommunismus und Westen, zwischen Privatleben und Karriere, zwischen der Ehefrau in Ostberlin und der Geliebten und dem kleinen Sohn, die er regelmäßig am Wochenende in Westberlin besucht.

„Nach der Musik“ erzählt die Geschichte einer Annäherung: an den Vater, den fernen Dirigenten, an das verschwundene Land DDR, die ungewöhnlichen Lebenswege der Eltern – und an die Musik. (...) Archivaufnahmen zeigen die großen Momente eines Musikerlebens, gefeierte Konzerte und Tourneen, aber auch einfache Orchesterproben oder die Arbeit mit den Studenten der Dirigierklasse an der Musikuniversität in Wien . (...)

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5. Dezember 2007

Volksbegehren gegen gesetzliche Rundfunkgebühren

Ein Verein hat ein Volksbegehren gegen die GEZ-Gebühren gestartet, zunächst einmal auf Hessen beschränkt. Ich finde die auf der Internetseite vorgetragenen Argumente interessant – und überwiegend zutreffend.

Persönlich möchte ich den gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht missen. Ich sehe allerdings ein Problem darin, dass die öffentlich-rechtlichen Sender ihre Existenzberechtigung dadurch untergraben, dass sie so viele Gebühren in ihren Unterhaltungsprogrammen versenken. Kultur, Information, Bildung – ja, diese Bereiche haben eine Gebührenfinanzierung verdient. Aber Telenovelas und Kerner und Koch-Shows? Wohl nicht.

Und wo die öffentlich-rechtlichen Sender unmittelbar mit privaten Angeboten konkurrieren, nämlich bei den Internetangeboten, da sollte ihr Spielraum sich darauf beschränken, über das eigene Programmangebot berichten zu dürfen. Auch diese viel weiter gefassten Internetauftritte kosten unsere Gebühren. Und sie verzerren den Wettbewerb.

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19. September 2007

"Der Tenor mit dem Taschentuch" und wie das Geschäft mit Pavarotti weiter geht

“Luciano Pavarotti ist tot, aber sein „Ave Maria“ dröhnt aus meiner Stereoanlage: sanft, weich, von Gott selbst modelliert.” Keine Ahnung, wessen Ave Maria der Autor des Bild-Artikels, Axel Brüggemann, da gehört hat, aber es war bestimmt nicht das von Luciano Pavarotti. Vielleicht eines von Schubert oder Gounod?

Was ist der Sinn eines Nachrufs?

Eine Lebensleistung zu würdigen oder zu hinterfragen.

Zu einem respektvollen Artikel hätte zum Beispiel gehört, die wichtigsten Karrierestationen und die wichtigsten Aufnahmen zu nennen, die Stärken der Stimme, das Können des Sänger noch einmal darzustellen. Was das Lesepublikum aus dem Bild-Artikel mitnimmt, ist dieses: Pavarotti war der dicke von den drei Tenören, der immer mit dem Taschentuch winkte und sich von seiner Frau scheiden lassen hat. Am Ende seines Lebens “saß er im Schatten: 150 Kilo, beige Shorts und knallrote Socken bis über die Knie.”

Und was ist der Sinn diesen Nachrufs?

Vielleicht verbirgt er sich in den Sätzen über einen Tosca-Auftritt in Berlin:

“Die Fans wurden weggejagt. Ich saß mit Big P. in der Limousine.”

Kommen wir zur DECCA.

Also ich stamme ja aus dem Münsterland. Da ist man in vielen Dingen ein bißchen langsamer, vielleicht sogar ein wenig zurück. Aber für sowas hat man ziemlich kraftvolle Sätze in petto, die beginnen: “Er ist noch nicht mal richtig unter der Erde, da…”. Die Empörung in Sätzen, die so beginnen, hat immer auch etwas Verlogen-Hinterhältiges. Aber die DECCA übertreibt’s hier doch ein wenig. Die DECCA hat nämlich geradezu unanständig schnell den Schlussverkauf eingeläutet.

Im Pressetext heißt es “Die DECCA veröffentlicht in Erinnerung an Luciano Pavarotti das Doppelalbum Pavarotti Forever, eine Sammlung seiner größten Erfolge.” Wetten, dass es genau darum, um die Erinnerung an ihn, nicht geht? Ginge es darum, hätte man ja eine seiner Aufnahmen günstig wiederveröffentlichen können, die tatsächlich “für die Ewigkeit” sind. Zum Beispiel die La Bohème-Einspielung mit Karajan. Das war einer seiner großen künstlerischen Erfolge. Aber das Label maß Pavarottis Erfolg vermutlich schon lange nicht mehr mit der künstlerischen Elle, sondern an Verkaufszahlen.

Vor allem auf der DVD “Pavarotti Forever” mit Ausschnitten aus den Konzerten und Auftritten nach 1990 wird das Bild vom “Tenor mit dem Taschentuch” manifestiert. Dabei war das nur die Resteverwertung einer beeindruckenden Karriere und noch beeindruckenderen Stimme.

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