Platte11

9. Dezember 2008

Arcangelo Corelli: "Weihnachtskonzert", op. 6 Nr. 8

Neben den Spekulatius beim ALDI gibt es noch ein weiteres untrügliches Indiz dafür, dass es weihnachtet: Die Laien-Ensembles und Amateurorchester packen Corellis so genanntes “Weihnachtskonzert” wieder aus und fangen an zu üben.

Das hier ist natürlich keine Hobby-Musiker-Variante, sondern Roy Goodman mit einem HIP-Orchester:

HIP hin oder her, mir gefällt diese Streichquartett-Variante fast besser, obwohl nun wirklich sehr “modern” gespielt:

Ich bin dann am 19.12. in einem Musikschul-Orchester dabei, verrate aber nicht wo ;-)

* * *

Kommentare

Ein größeres Chaos und missverstandene barocke Musik, als
dieses hier veröffentlichte “Streichquartett” gibt es selten zu hören!
Das ist Interpretation barocker Muisk auf dem Stand von
1960!

Bitte löschen !

sommerfeld, uwe · 24.11.2009 · #

Von der handwerklichen Seite ganz zu schweigen, ist dieses Streichquartett ein völliger Fehlgriff bezüglich der Interpretation barocker Musik!
Schade, dass es immer noch solche “Rückfälle” in die Interpretationsstrategie der sechziger Jahre gibt!

sommerfeld, uwe · 24.11.2009 · #

Schön, dass Musik ein so offenes System ist. Man darf Corelli auf barocken Instrumenten und historisch informiert spielen, man darf ihn auf modernen Streichinstrumenten spielen, man darf sein “Weihnachtskonzert” für Streichquartett arrangieren, man darf einen Synthesizer benutzen – man darf ALLES. Weil niemand das Recht hat, einem zu verbieten, mit Musik genau das zu tun, was man will.

Dass bei der verlinkten StrQ-Varianten kein Spitzen-Ensemble spielt – geschenkt. Darum geht’s überhaupt nicht. Sondern auch darum, mit der Gegenüberstellung mit Goodman ein wenig zu provozieren. Schließlich steht da “fast besser” und nicht “besser”. Sind sie nicht wundervoll, das permanente Vibrato, die nahezu vollkommen eingeebnete Dynamik, der saftige Klang?

Es geht in diesem Blog-Eintrag nicht um “die ideale Corelli-Aufnahme”. Sondern darum, dieses Konzert nicht zuletzt in der typischen Form (nur ein wenig besser gespielt) zu verlinken, in der man es auch in den kommenden Wochen wieder hören wird, in Schulaulen, Krankenhauskapellen und Dorfkirchen, Altenheimen und Stadthallen.

Ich befürworte HIP, das sollte eigentlich auch aus meinen Rezensionen deutlich werden. Aber ich lehne das Dogmatische ab. Ich will mich an Corelli mit einem Streichquartett freuen dürfen und spiele Bach (völlig laienhaft) auf einer modernen Geige.

Freundliche Grüße

HG

HG · 25.11.2009 · #

Zum Streichquartett:
Erfrischend – jugendlich – Aufnahme nicht löschen!
sommerfeld mißt am (subjektiv) Idealen und ist selbst (objektiv) nicht fehlerfrei. Sonst hätte er das Wort “Musik” richtig geschrieben. Seine Variante “Muisk” läßt mich – jetzt identifiziert mit seiner überzogenen Urteilsweise – erst mal an “Murks” denken. Als freundlicher Mitmensch verüble ich ihm den kleinen Mißgriff auf der Tastatur aber keineswegs, macht er mich doch hoffnungsvoll: sieh da, ein Mensch!

Dr. Burkhard Schmidt · 05.12.2009 · #
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