Platte11

16. Juli 2009

Architekturfotos (5): "Situation Kunst" in Bochum-Weitmar - Kunstkloster oder Kunstbunker?

Mich erinnern die Gebäude an Luftschutzbunker, von denen in den Innenstädten des Ruhrgebiets ja noch der eine oder andere erhalten ist, und an die strenge, fast asketische Bauweise südfranzösischer Zisterzienserklöster wie Le Thoronet mit seinen schmucklosen, ohne Mörtel errichteten Mauern, die nach außen kaum ein Fenster besitzen.

Bevor man sich den Klötzen aus Stein überhaupt nähern kann, muss man sich über eine Sprechanlage außen am Zaun melden, wird dann aber freundlich aufs Gelände gelassen – und läuft vielleicht wie ich zuerst achtlos an der Stahltür zur Ausstellung vorbei. Ich hatte hinter dem Blech eine Werkstatt oder einen Heizungsraum vermutet, aber nicht den Eingang zur Ausstellung.

Man kann der Architektur jedenfalls nicht den Vorwurf machen, unbescheiden zu sein. Oder liegt das Unbescheidene hier gerade in der ostentativen Bescheidenheit?

Alles wirkt so verschlossen wie ein Munitionsdepot. Hier wird ohnehin schwer zugängliche Kunst auch noch schwer zugänglich präsentiert.* Oder wollte der Architekt Peter Forth mit den tresorähnlichen Bauwerken auf die Tradition von Schatzkammern verweisen?

Weitere Informationen zur Architektur und Geländeplanung findet man übrigens hier.

Ich war nicht wegen der Gebäude da (das Gelände hatte ich schon vor Jahren einmal besichtigt), sondern wegen einer Foto-Ausstellung, über die ich schon bald ein paar Sätze schreiben werde hier geschrieben habe. Die Foto-Ausstellung hat mich übrigens enttäuscht.

*Von den in der “Situation Kunst” ausgestellten Künstlern sagen einem Laien wie mir nur die Namen Richard Serra und Arnulf Rainer was. Den einen kennt man wegen des Terminals für Bochum und der Bramme für das Ruhrgebiet, den anderen wegen seiner Übermalungen. Aber die Dauerausstellung ist weit umfangreicher.

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