21. Juni 2010
Côte d’Azur – das Paradies auf Zeit; Fotografien von Jacques Henri Lartigue im Graphikmuseum Pablo Picasso Münster

Fotonachweis: Jacques-Henri Lartigue: Côte d’Azur – Das Paradies auf Zeit; © 2010 Ministère de la Culture et de la Communication – France / AAJHL, Pressematerial des Graphikmuseum Pablo Picasso Münster
Das Graphikmuseum Pablo Picasso Münster präsentiert vom 18. Juni bis zum 22. August 2010 die Ausstellung „Côte d’Azur – Das Paradies auf Zeit“ mit rund 170 Fotos des Franzosen Jacques Henri Lartigue. Die Werke stammen aus dem Zeitraum von 1908 bis 1980 und zeigen mehrheitlich Motive der französischen Riviera vor dem Zeitalter des modernen Massentourismus. Lartigue lichtete Strandleben und Sport ebenso ab wie luxuriöse Villen und Hotels oder seine jeweiligen Musen und Ehefrauen. Auf diesem Wege dokumentierte er mit seinen Fotos das Ende der „Belle Epoque“ in Frankreich aus einem ganz privaten Blickwinkel.
Der Fotograf, Dandy und Lebemann Lartigue (1894-1986) wuchs förmlich mit der Fotokamera auf. Als Spross einer der reichsten Familien Frankreichs bekam er mit sieben Jahren seine erste Kamera geschenkt, die ihm zum ständigen Begleiter werden sollte. Nach künstlerischer Ausbildung an der berühmten Pariser „Académie Julian“ dokumentierte er fotografisch sein materiell sorgenfreies Leben. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm er dann wiederholt fotografische Auftragsarbeiten in Gestalt von Fotoreportagen und Werbefotografien. Ein Presseartikel aus dem Jahre 1953 rühmte ihn als „ersten Amateurfotografen Frankreichs.“ Im August 1955 schuf Lartigue eine Fotoserie über Pablo Picasso und Jean Cocteau, die ihn in Frankreich bekannt machte. Fotos von ihm wurden nun gelegentlich neben Werken von Brassaï, Doisneau und Man Ray in Pariser Galerien präsentiert.
Erst 1963 jedoch gelang Lartigue der große internationale Durchbruch durch eine Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art („The Photographs of Jacques Henri Lartigue“). Späten Ruhm erlangte er auch durch den Umstand, dass er 1974 zum offiziellen Fotografen des französischen Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing ernannt wurde. 1979 schenke Lartigue sein fotografisches Werk dem französischen Staat. Die „Donation Jacques Henri Lartigue“ in Paris verwaltet und bearbeitet seitdem sein Œuvre. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Association des Amis de Jacques Henri Lartigue, Ministère de la Culture, France realisiert.
Quelle: Pressetext.
Weitere Informationen auf der Internetseite des Museums.
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