Platte11

30. Januar 2009

Nach der Musik - ein Dokumentarfilm über Otmar Suitner

Als ich vor einiger Zeit Informationen über den Dirigenten Otmar Suitner suchte (genau genommen, anlässlich meines Artikels über Aufnahmen von Mahlers Sinfonie Nr. 1, der in der kommenden image hifi erscheinen müsste), wurde ich auf den Film Nach der Musik aufmerksam. Weil viele Besucherinnen und Besucher von platte11.de sich ja für Dirigenten der Schallplattenzeit interessieren, stelle ich die Presseinformationen zu dem Film hier auszugsweise ein:

Kurz nach der Wende beendet der österreichische Dirigent Otmar Suitner seine langjährige Karriere an der Staatsoper Berlin. (...) Die Musik verschwindet aus seinem Alltag. Doch der Fall der Mauer bringt etwas Neues: ein verändertes Familienleben. Jahrzehntelang hatte Suitner zwei Privatleben, eins mit der Ehefrau Marita in Ostberlin, das andere mit der Geliebten Renate und dem gemeinsamen Sohn im Westteil der Stadt.

Der gebürtige Tiroler war 1960 mit Marita in die DDR gezogen, um als Chefdirigent der Dresdner Staatskapelle zu arbeiten. Vier Jahre später wird er an die Staatsoper in Ostberlin berufen. Als verehrter Dirigent und Ausländer genießt Suitner in der DDR einen Sonderstatus. So kann er jederzeit die Grenze passieren und reist zu Konzerten und Gastspielen in Paris, Tokio oder Moskau. 1965 dirigiert Otmar Suitner zum zweiten Mal in Bayreuth. Dort lernt der 43jährige die 24jährige westdeutsche Studentin Renate Heitzmann kennen – der Beginn einer großen Liebe. 1971 wird ihr Sohn Igor geboren.

Otmar Suitners Leben wird ein Balanceakt zwischen Kommunismus und Westen, zwischen Privatleben und Karriere, zwischen der Ehefrau in Ostberlin und der Geliebten und dem kleinen Sohn, die er regelmäßig am Wochenende in Westberlin besucht.

„Nach der Musik“ erzählt die Geschichte einer Annäherung: an den Vater, den fernen Dirigenten, an das verschwundene Land DDR, die ungewöhnlichen Lebenswege der Eltern – und an die Musik. (...) Archivaufnahmen zeigen die großen Momente eines Musikerlebens, gefeierte Konzerte und Tourneen, aber auch einfache Orchesterproben oder die Arbeit mit den Studenten der Dirigierklasse an der Musikuniversität in Wien . (...)

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Kommentare

Otmar Suitner? Nie gehört, da “verfüge” ich offenkundig über eine Bildungslücke, die dein Artikel ja dann wohl schließen wird ;-)

Philipp · 30.01.2009 · #

Wobei, Philipp, die Aufnahme von Otmar Suitner keineswegs als diejenige hervorgehoben wird, die man unbedingt haben muss.

Freundliche Grüße,

hg · 30.01.2009 · #

hallo liebe freunde der musik,
ich hatte das große vergnügen, jahrelang im täglichen opernrepertoire otmar suitner so an die 100 mal dirigieren zu erleben. es war jedes mal ein hochgenuss, klangschön, ausmusiziert und immer für die sänger in der richtigen balance zum orchester (naja, manchmal hat es ihn doch fortgerissen, etwa im “Tristan”, aber wem passiert das nicht!)und eben auch nie vordergründig auf effekte hin dirigiert…das komplette repertoire von mozart bis strauss, aber eben auch die neueren. dafür dankt man ihm noch heute: dessau, schreker! und (wir sind bitte im ostern berlins!) Pfitzners “Palestrina”. was er da wohl den oberen weiß gemacht hat ?
ein universeller musiker! einer der letzten der großen “alten“schule

detlef · 16.01.2010 · #
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