9. Juli 2008
Passend zur Tour: Peter Sloterdijk bei SpOn übers Radfahren
Der Philosoph und Hobby-Radler Peter Sloterdijk hat SpOn ein Interview gegeben: “Radfahren bedeutet für mich eine Rückkehr zu dem alten Savannen-Adam, der bei der Jagd den ganzen Tag läuft und dabei immer high ist.”
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Kommentare
Schönes Interview – Danke für den Link-Tipp!
Sloterdijk lese ich generell sehr gern! Ich wünschte mir aber eigentlich einen Philosophen, der erstrebenswerte Perspektiven für unsere Gesellschaft oder das Individuum entwirft und nicht nur die traurige Lage beschreibt.
(Auch wenn er letzteres wunderbar treffend und in schönster Sprache hinbekommt)
Übrigens begegne ich ihm nicht selten auf dem Rad in der Gegend des Karlsruher ZKM. Offensichtlich benutzen wir beide gut gelaunt dieses Verkehrsmittel in der Stadt.
Grüße, Jo
Johannes LeBong · 09.07.2008 · #Ach genau, er kommt ja aus Karlsruhe wie Du.
Ich fahre oft durch Karlsruhe (in diesem Jahr schon 4x), habe es aber noch nie geschafft, mir das ZKM mal anzusehen.
Was das Verkehrsmittel Fahrrad angeht: Vor kurzer Zeit war ich mal wieder in Münster – die haben das wirklich im Griff! Fahrräder sind im Stadtverkehr absolut gleichberechtigt. Wenn ich da an Bochum oder Saarbrücken denke…
Grüße,
HG · 10.07.2008 · #“Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern.” – “Thesen über Feuerbach”, Karl Marx
Heidegger wandte dagegen ein, dass einer Handlungsgrundlage naturgemäß auch immer a priori eine interpretative Disposition zugrunde liegt. Ohne Interpretation keine Handlung, ohne Interpretation keine Weltveränderung.
Und millionen Individuen, millionen Perspektiven.
Es ist ein allgemeines Missverständis von der Philosophie zu erwarten, wie das Leben besser gelebt werden könnte.
Hallo Philipp,
Du schreibst: “Es ist ein allgemeines Missverständis von der Philosophie zu erwarten, wie das Leben besser gelebt werden könnte.”
Das gilt für die Gegenwart. Aber in der Vergangenheit sind Philosophen ja durchaus selbst mit dem Anspruch angetreten, eben das zu können: “Handle so…!” oder “Zurück zur Natur!” oder “... es kommt darauf an, sie zu verändern” sind in der Aussage ja ziemlich eindeutig.
Und wenn ich näher darüber nachdenke, dann gibt es ja auch heute noch den einen oder anderen, der aus seinem Philosophieren auch eine politische Haltung ableitet – Glucksmann zum Beispiel.
Ich habe da aber viel zu wenig Ahnung, um mitreden zu können ;-) Freundliche Grüße, HG · 10.07.2008 · #Rousseaus Diktum vom “Zurück zur Natur” war mehr idealistische Schwärmerei denn ernsthaftes theoretisches System.
Es ging mir aber viel mehr darum, dass ein allgemein gültiges normatives System gar nicht existieren kann, da jedem Subjekt eine immanente Auffassung der Welt, eine eigene Interpretation inne wohnt und es so zu ebenso vielen Auffassungen für “erstrebenswerte Perspektiven” kommt.
Oder, ganz salopp und auch deutlich verkürzt formuliert: Einer für alle und alle für einen? Das ist nicht möglich.
Und Glucksmann, na ja. Ähnlich wie bei Sartre: viel Wind um relativ wenig. Die “Furie des Vergessens” wird auch ihn irgendwann erwischen ;-)
Was hast Du von ihm gelesen?
Grüße,
Philipp · 11.07.2008 · #Im recht abstrakten Rahmen einiger Fachrichtungenwie der Sprach- und Kommunikationsphilosophie (Habermas) und der Rechtsphilosophie gibt es einige Bemühungen um normative Ansätze. In der Rechtsphil. insbesondere John Rawls und sein System des “Veil Of Ignorance”. Und eben Habermas “Theorie des kommunikativen Handelns”. Allerdings spannen diese Werke einen großen Rahmen, der eben keinen, wie soll ich sagen, direkten Bezug zur alltäglichen Lebenswelt herstellen.
Es grüßt nochmal
Philipp · 11.07.2008 · #Hallo Philipp,
was ich von Glucksmann gelesen habe? Nur Interviews und Zeitungsartikel. Ich bewege mich in Sachen Philosophie auf dem Stand der Halbbildung, lediglich verbessert durch eine (gar nicht mal schlecht) bestandene Klausur in Erkenntnistheorie. Das ist schon so ewig lange her…
Freundliche Grüße zurück!
HG · 12.07.2008 · #