2. Juli 2010
Spam-List trifft den Falschen und unterbindet Kommunikation
Was mir zunehmend auf den Nerv geht, weil es schlimmer als Spam ist, das sind allzu scharf gestellte Spam-Filter und obskure “Blacklists”, die auch vernünftige Kommunikation unterbinden. Ich habe das gerade wieder erlebt: Etwa vierteljährlich informiere ich meine Ansprechpartner bei Tonträgerfirmen über Rezensionen, die von mir über ihre Produkte erschienen sind. Das erleichtert mir die Zusammenarbeit beträchtlich und hat sich bewährt. Ich brauche meinen Wunsch nach Rezensionsexemplaren nicht jedes Mal langatmig zu begründen – man kennt mich und meine Arbeit und weiß, dass es mir nicht darum geht, CDs “für umsonst” abzugreifen, sondern dass ich die eingegangenen Tonträger tatsächlich prüfe und über etwa 60 bis 70 Prozent von ihnen dann auch etwas schreibe.
Wie auch immer. Die vierteljährlichen Info-Mails sende ich von einer Debitel-Adresse aus an eine web.de-Adresse und alle Tonträgerkontakte setze ich im Interesse des Datenschutzes auf “BC”. Die Adressaten können sich also nicht gegenseitig sehen. Die Liste meiner Kontakte umfasst rund 30 Adressen. Nun bekomme ich immer öfter “Failure Notices”, beispielsweise folgenden Inhalts:
(...) does not like recipient.
... Due to spam blocked – see http://www.ix.de/nixspam/dnsbl_en/.
(...) does not like recipient.
Remote host said: (...) Service unavailable; Client host (...) blocked using Blocklist 1, mail from IP banned; To request removal from this list please forward this message to delist@messaging.microsoft.com.
(...) failed after I sent the message.
Remote host said: (...) Blacklisted by ix.dnsbl.manitu.net
Mir ist schon klar, dass ich diese Listen vermutlich umgehen könnte, wenn ich einfach eine andere Absender-Mail-Adresse nutzen würde, und diese Lösung werde ich aus rein praktiblen Gründen wohl in Zukunft auch nutzen, aber ich ärgere mich trotzdem:
Erstens arbeiten die Spamfilter im Wege der Unterstellung: Meine Mails sind keine Werbemails, werden aber trotzdem nicht zugestellt, weil sie offenbar irgendwelche mit Spammails vergleichbare Eigenschaften haben. Das bedeutet zweitens einen harten Eingriff in meine Kommunikationsmöglichkeiten und in meine Freiheiten, ohne dass das angestrebte Ziel erreicht werden würde.
Ich klebe ja zuhause meinen Briefkasten auch nicht zu, bloß weil da mal Werbung drin landet.
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