16. September 2009
Von Sternchen, Ohren, Prozentzahlen und Zensuren
Natürlich sind ““Zensuren” totaler Quatsch, jedenfalls wenn es um Tonträger geht. Die Bewertung ist ja – von wenigen Aspekten wie “Pollini spielt das Presto schneller als Brendel” einmal abgesehen – in hohem Maße subjektiv. Umso unverschämter wäre es, dem Künstler anschließend etwas zu erteilen, das auch nur entfernt an eine Zensur erinnert. Ich schließe CD-Besprechungen, wenn mir etwas wirklich gut gefallen hat, deshalb gerne mit einem schlichten “Dicke Empfehlung!” Eine Empfehlung ist im Unterschied zu einer Zensur (oder Prozentzahlen oder was auch immer) etwas Persönliches, das trägt der Subjektivität, die mit im Spiel ist, Rechnung.
Nun habe ich mir überlegt, dass es eigentlich schade ist, dass man platte11.de nur auf Deutsch lesen und verstehen kann. Die Reichweite wäre viel größer, wenn ich auch mit Lesern aus Asien, Amerika oder sonstwo kommunizieren könnte. Dazu reicht mein Schul-Englisch aber bei weitem nicht aus. Und sämtliche Online-Übersetzungshilfen versagen spätestens dann, wenn es nicht mehr um simple Subjekt-Prädikat-Objekt-Konstruktionen geht. Mal ganz davon abgesehen, dass mir solche Übersetzungsarbeiten auch überhaupt keinen Spaß machen.
Eine Lösung bestünde darin, eben doch auf ein international verständliches “Zensur-System” zurück zu greifen. Das könnte im Falle der Garbarek-CD zum Beispiel so aussehen:
Musik/ music: 9/10 oder 90%
Klang/ sound: 6/10 oder 60%
Habe mir, wie man leicht erkennt, bei www.classicstoday.com etwas Inspiration geholt. ;-) Die unterscheiden da zwischen “artistic quality” und “sound quality”. Finde ich eigentlich ganz schlüssig.
Nur bin ich mir ganz und gar nicht sicher, ob das eine Richtung ist, in die ich gehen möchte. Man könnte auch einfach eine Abstufung wie nicht empfohlen, bedingt empfohlen, empfohlen, sehr empfohlen (und in entsprechender Übersetzung) vornehmen, aber das erlaubt wiederum gar keine Differenzierung nach Klangqualität und Musik. Und die ist mir schon wichtig.
Vorschläge jederzeit willkommen. Wie gewohnt, gerne auch per Mail.
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